Informationen rund um die Pflege

Pflegedienst Silke Stecker Bassum Pflegebedürftige

Das Infolexikon ist ein Serviceangebot dieser Website. Es informiert rund um Fragen zur Pflege und Versorgung zu Hause und/oder in stationären Einrichtungen.

Es werden die vier wesentlichen Kostenträger, die Leistungen zur Verfügung stellen bzw. finanzieren, dargestellt:

  • Die Pflegeversicherung definiert und finanziert wesentliche Leistungen rund um die Versorgung zu Hause. Als "Teilkaskoversicherung" zahlt sie jedoch immer nur Zuschüsse zu notwendigen Leistungen, so dass weitere notwendige Leistungen selbst organisiert oder privat bezahlt werden müssen.
  • Die Krankenversicherung finanziert die Behandlung von Erkrankungen zu Hause, wenn ein Arzt eine entsprechende Therapie (zum Beispiel "Häusliche Krankenpflege") verordnet hat. Pflegebedürftigkeit ist in diesem Sinne keine Erkrankung, dennoch sind Pflegebedürftige häufig auch im medizinischen Sinne krank.
  • Alle weiteren Dienstleistungen, die beispielsweise durch Pflegedienste, Pflegeheime oder andere Dienstleister erbracht werden, sind privat zu finanzieren. 
  • Wenn die eigenen finanziellen Mittel zur Sicherstellung der Versorgung nicht ausreichen, übernimmt das Sozialamt auf Antrag die Leistungen.

Wichtige Fachbegriffe

Zum besseren Verständnis erläutern wir hier einige Fachbegriffe, die in den folgenden Texten immer wieder vorkommen:

  • Medizinischer Dienst der Krankenversicherung (MDK): Der MDK ist die Gutachterorganisation der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung. Die Prüfer arbeiten im Auftrag der Kassen, sind vom Gesetz her aber unabhängig. Sie müssen sich an die jeweils geltenden Richtlinien halten. Bei der Bundesknappschaft übernimmt diese Aufgabe deren sogenannter Sozialmedizinischer Dienst. Die privaten Pflegekassen haben ebenfalls eine eigenständige Prüforganisation ("Medicproof"). Es wird für alle Prüforganisationen gemeinsam Abkürzung „MDK“verwendet.
  • "§" = Paragraf: beispielsweise: "§ 14 SGB XI" heißt: "Paragraf 14 des Pflegeversicherungsgesetzes
  • Pflegeperson: meist Angehörige oder Verwandte, die die Pflege und Versorgung ehrenamtlich (also ohne Bezahlung) übernehmen
  • Pflegefachkraft und Pflegekraft: professionelle Mitarbeiter, meist in Pflegeeinrichtungen angestellt, die beruflich die Pflege und Versorung übernehmen. Pflegefachkräfte haben eine dreijährige Ausbildung (z.B. Krankenschwester, Altenpfleger), Pflegekräfte eine mindestens einjährige Ausbildung (z.B. Krankenpflegehelfer).
  • "SGB": Abkürzung für "Sozialgesetzbuch", meist versehen mit der entsprechenden (römischen" Nummernzeichen, beispielsweise "SGB V" = Krankenversicherung, "SGB XI" = Pflegeversicherung, "SGB XII" = Sozialhilfe.

Rechtlicher Hinweis

Die hier aufbereiteten Informationen sind nach bestem Wissen zusammengestellt. Sie ersetzen im Einzelfall jedoch keine rechtliche Beratung. Eine Haftung kann nicht übernommen werden.

Die Pflegeversicherung

Die Pflegeversicherung wurde erst 1995 eingeführt, um das Leben im Alter / mit Pflege sozial abzusichern. Als Vorläufer gab es seit 1988 eine (noch geringere) Leistung im Rahmen der Krankenversicherung, davor war das Risiko der Pflegebedürftigkeit allein bei Bedürftigkeit über die Sozialhilfe abgesichert. Von daher ist die Einführung der Pflegeversicherung ein wichtiger Fortschritt. Die letzten Änderungen der Pflegeversicherung wurden mit dem Pflegeweiterentwicklungsgesetz zum 1. Juli 2008 umgesetzt.

Voraussetzung für den Bezug von Leistungen der Pflegeversicherung ist eine Einstufung in eine der drei Pflegestufen oder (für Betreuungsleistungen) die Feststellung der erheblich eingeschränkten Alltagskompetenz (deren Bezug auch auch ohne Pflegestufe möglich ist).

Die Leistungen der Pflegeversicherung gliedern sich grundsätzlich in ambulante Leistungen (rund um die Hilfe im eigenen Haushalt) und stationäre Leistungen, die in Pflegeheimen (oder Behinderteneinrichtungen) erbracht werden.

Teilkasko: Die Pflegeversicherung zahlt nur einen Zuschuss!

Zu Recht wird die Pflegeversicherung oft als "Teilkaskoversicherung" bezeichnet. Damit soll verdeutlicht werden, dass die Leistungen der Pflegeversicherung nicht ausreichen können, die notwendigen Leistungen zu finanzieren. Der formale Name der Pflegeversicherung: "Gesetz zur Sozialen Absicherung des Risikos der Pflegebedürftigkeit" sagt deutlicher, was die Pflegeversicherung nur leisten soll: Sie soll das Pflegerisiko nur sozial absichern.

Trotzdem war und ist die Einführung der Pflegeversicherung ein wichtiger Fortschritt. Es darf nicht vergessen werden, dass vor Einführung der Pflegeversicherung die Pflegebedürftigen in den folgenden Beispielen alles hätten allein bezahlen müssen!

Beispiel 1

In der Pflegestufe 1 Ambulant benötigt Herr Meyer Leistungen des Pflegedienstes in Höhe von 550,- €. Die Pflegekasse finanziert hier 450,- €, nur die verbleibenden 100,- € bezahlt Herr Meyer als Eigenanteil.

Beispiel 2

In der Pflegestufe 2 kostet ein (zufällig ausgewählter) Pflegeheimplatz (genau genommen nur der Pflegesatz ohne Hotelkosten) für Herrn Müller 2.175,- €. Die Pflegekasse finanziert hier 1.330,- €, so dass der Eigentanteil am Pflegesatz nur noch 845,- € beträgt. Vor Einführung der Pflegeversicherung hätte Herr Müller die 2.175,- € selbst zahlen müssen.

Den aktuellen Gesetzestext zur Pflegeversicherung finden Sie im kostenfreien Angebot: "Gesetze im Internet" des Bundesministeriums für Justiz.

Private Dienstleistungen

Neben den gesetzlichen Kostenträgern wie Pflege- und/oder Krankenversicherung besteht immer die Möglichkeit, weitere und/oder andere Leistungen privat zu finanzieren. Das können zum Beispiel folgende Leistungen sein:

  • Betreuung und Beaufsichtung
  • Leistung nach Zeit
  • Hauswirtschaftliche Leistungen
  • Einkaufsdienste

Die Leistungen und Preise werden direkt mit den jeweiligen Dienstleistern (Pflegedienste oder andere) vereinbart.